Promovieren am Institut
Am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin betreuen wir medizinische Promotionen (Dr. med.) im Bereich Ethik, Kultur, Theorie und Geschichte der Medizin sowie Promotionen in den medizinischen Humanwissenschaften (Dr. sc. hum.). Professorin Schicktanz betreut zudem als Erstbetreuerin auch Promotionen in den Geistes- oder Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen (Dr. phil./Dr. rer. pol. /PhD)
➜ Laufende Promotionsprojekte ➜ Abgeschlossene Dissertationen
Betreuung
Am Institut werden derzeit Themen betreut, die den Forschungsschwerpunkten von Prof. Dr. Silke Schicktanz und Prof. Dr. Alfred Simon zugeordnet sind:
Prof. Dr. Silke Schicktanz
- Ethische Aspekte der Biomedizinische Forschung und Translation
- Soziale und ethische Implikationen von Digitalisierung des Gesundheitswesens bzw. der biomedizinischen Forschung
- Globalisierung und Medizin
- Prävention aus ethischer Sicht
- Ethische Implikationen von historischen Ungerechtigkeiten in der Gesundheitsversorgung (z.B. Diskriminierung, Nazi-Medizin)
Prof. Dr. Alfred Simon
- Patientenautonomie und Informed Consent
- Ethische Fragen am Lebensanfang (z.B. Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik, Schwangerschaftsabbruch)
- Ethische Fragen am Lebensende (z.B. Sterbebegleitung, Sterbehilfe, postmortale Organspende)
- Patientenverfügung und Advance Care Planning
- Ethische Fragen in der Psychiatrie
- Klinische und außerklinische Ethikberatung
Da die Argumentation in den Geistes- und Sozialwissenschaften wesentlich von sprachlicher Präzision, argumentativer Klarheit und dem sicheren Umgang mit englischsprachiger Fachliteratur lebt, sind sehr gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit und englische Sprachkenntnisse Voraussetzung für die Annahme zur Promotion.
Zeitplanung & Ressourcen
Für den Grad Dr. sc. hum. (Doktor*in der Humanwissenschaften) gilt allgemein, dass die Forschungsarbeit und die mündliche Promotionsprüfung innerhalb von drei Jahren nach Zulassung abgeschlossen sein soll (§7 Promotionsordnung).
Bei medizinischen Promotionen (Dr. med.) in unserem Fachgebiet ist zu berücksichtigen, dass die erforderlichen geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Methodenkenntnisse in der Regel nicht Bestandteil des regulären Medizinstudiums sind. Diese Kompetenzen müssen im Rahmen des Promotionsprojekts zusätzlich erworben werden. Nach unserer Erfahrung ist hierfür ein zeitlicher Mehraufwand von ein bis zwei Jahren einzuplanen.
Für zentrale Arbeitsphasen – insbesondere für die Datenerhebung, die Auswertung empirischer Materialien sowie die konzentrierte Abfassung der Dissertation – ist ein Freisemester erforderlich. Bitte beachten Sie, dass eine medizinhistorische oder medizinethische Dissertation nicht parallel zu den Anforderungen des Praktischen Jahres oder zu einer ärztlichen Tätigkeit realisierbar ist.
Aufgrund der intensiven und kontinuierlichen Betreuung ist eine Annahme als Doktorandin oder Doktorand nur möglich, wenn ein medizinischer Studienplatz in Göttingen besteht und ausreichende zeitliche Ressourcen für eine kontinuierliche Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.
Vergabe von Promotionsthemen
Die Wahl des Promotionsthemas erfolgt in enger Abstimmung mit der jeweiligen betreuenden Person. Ausschreibungen werden auf der Website des Instituts veröffentlicht. Die formale Themenvergabe durch Prof. Dr. Silke Schicktanz erfolgt über das Lehr- und Prüfungsportal der UMG (➜ LUPO). In diesem Fall wird gebeten, von direkten Anfragen abzusehen. Prof. Dr. Alfred Simon nimmt Bewerbungen auch per E-Mail entgegen. Die Zahl der verfügbaren Promotionsplätze ist jedoch begrenzt.
Die Entscheidung über die Vergabe eines Promotionsthemas wird in der Regel erst getroffen, nachdem die betreuende Person Gelegenheit hatte, die Bewerberin oder den Bewerber persönlich kennenzulernen. Dies erfolgt üblicherweise auf Grundlage der in einer Lehrveranstaltung erbrachten Leistungen oder im Rahmen eines persönlichen Gesprächs.
Allen Interessierten wird dringend empfohlen, die Vorlesung „Forschungsethik“ im Modul 2.4 zu besuchen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, vorab am eintägigen Doktorandenkolloquium des Instituts teilzunehmen. Dieses findet regelmäßig während des Semesters statt und bietet einen vertieften Einblick in laufende Promotionsprojekte sowie in die Arbeitsweise des Instituts. Die aktuellen Termine können jeweils zu Semesterbeginn im Sekretariat erfragt werden.
Anforderung während des Promotionsstudiums
Medizinische Dissertationen können bei uns entweder als klassische Schrift mit etwa 100 Seiten Umfang oder kumulativ (min. ein Peer-Review-Artikel in Erstautor*innenschaft) verfasst werden.
Für Promotionen in den Fächern Philosophie, Soziologie oder im Promotionsfach Dr. sci. hum. gelten andere Bedingungen, die auf den Websites der jeweiligen Fakultäten eingesehen werden können.
Neben der Abfassung der Dissertationsschrift umfasst das Promotionsstudium gemäß der Promotionsordnung für die Humanwissenschaften in der Medizin der Georg-August-Universität Göttingen folgende verpflichtende Bestandteile:
- Exposé
In der Anfangsphase der Promotion ist ein Exposé im Umfang von 10–12 Seiten zu erstellen, in dem Fragestellung, methodisches Vorgehen und Zielsetzung des Projekts nachvollziehbar dargelegt werden. Im Rahmen des Exposés ist ein verbindlicher Zeitplan zu erstellen. Dieser soll die einzelnen Arbeitsphasen der Dissertation sowie individuelle Rahmenbedingungen berücksichtigen, etwa Studium, Famulaturen, geplante Auslandsaufenthalte oder Care-Verpflichtungen. Idealerweise sollte die Dissertation vor dem Antritt des Zweiten Staatsexamens weitgehend schriftlich ausgearbeitet vorliegen. - Doktorandenkolloquium
Regelmäßige und aktive Teilnahme am halbjährlich stattfindenden Blockseminar „Doktorandenkolloquium“. Es wird ausschließlich entschuldigtes Fehlen akzeptiert. - Lehrveranstaltungen zur Bioethik
Verpflichtende Teilnahme am Seminar „Einführung in die Bioethik“ (jeweils im Wintersemester) oder Teilnahme an mindestens zwei Wahlfachseminaren im Bereich Medizinethik. - Literaturrecherche-Kurs
Halbtägiger Kurs „Literaturrecherche“, angeboten von Dr. Tobias Weidner, mindestens einmal jährlich nach Bedarf. - Aktuelle Beiträge aus der Medizinethik
Regelmäßige Teilnahme an institutsbezogenen Veranstaltungen (mindestens zwei pro Semester), insbesondere:
• Vorträge
• Research Colloquia
• Institutskolloquien
• Workshops des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin
Promovierende der Human- und Zahnmedizin sind seit dem Wintersemester 2022/23 verpflichtet, vor der Anmeldung ihrer Dissertation am Proprädeutikum teilzunehmen.
Auf den Seiten der Universitätsmedizin Göttingen finden Sie weitere Informationen zu den formalen Abläufen, der guten wissenschaftlichen Praxis und Angeboten Unterstützungsangeboten.
Genaueres können Sie der Promotionsordnung für die Humanwissenschaften in der Medizin der Georg-August-Universität Göttingen entnehmen.
Fachliche Voraussetzungen
Für eine Promotion in unserem Fach sind ein hohes Maß an Engagement sowie die Bereitschaft erforderlich, sich intensiv und über einen längeren Zeitraum mit Fragestellungen der Medizinethik auseinanderzusetzen. Je nach Ausrichtung des Projekts ist es darüber hinaus notwendig, sich mit sozialempirischen Methoden vertraut zu machen. Dazu gehören beispielsweise die Planung, Durchführung und Auswertung qualitativer Interviews oder die statistische Analyse von Befragungsdaten.
Weitere Informationen zur Promotion an der UMG
Nähere allgemeinen Informationen zu den formalen Abläufen der Promotion, der guten wissenschaftlichen Praxis und Angeboten zur Unterstützung finden Sie auf den Seiten der Universitätsmedizin Göttingen.
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