Niedersächsischen Zentrums für Künstliche Intelligenz und Kausale Methoden in der Medizin (CAIMed)

Förderung:
Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Mitteln aus dem Programm zukunft.niedersachsen der VolkswagenStiftung. (VWZN4257)

Fördersumme:
551.434,00 EUR (Standort UMG der Arbeitsgruppe Ethik)

Laufzeit:
01.2025 – 10.2028 

Projektbeteiligte:

Projektpartner:
Forschungszentrum L3S (Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover)

Projektwebsite:
https://caimed.de/

 

Forschungshintergrund

Dank neuartiger Verfahren und einer verbesserten medizinischen Versorgung wird die Bevölkerung immer älter. Dem stehen jedoch immense Kosten im Gesundheitssystem sowie wachsende Bedarfe an verbesserter Prävention, Diagnostik und Therapie, insbesondere von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Alzheimer, gegenüber. Die Digitalisierung der Lebenswissenschaften eröffnet neue Potenziale zur Bewältigung dieser weltweiten gesellschaftlichen Zukunftsherausforderung. Durch die Verknüpfung von Forschungs-, klinischen und Versorgungsdaten sowie dem Einsatz von KI und kausalen Methoden in der Medizin sollen Prävention, Diagnostik, Therapie und das Monitoring des therapeutischen Erfolgs deutlich wirkungsvoller und effizienter werden. Um einen angemessenen Einsatz datengetriebener Verfahren und KI-Technologien in der Medizin zu gewährleisten, ist eine ethische Reflexion von der Konzeption über die Entwicklung bis zum Einsatz dieser Technologien unerlässlich. 

Forschungsinhalte

CAIMed entwickelt innovative, KI-basierte und kausale Analyseverfahren, um die personalisierte Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf großen Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten. Ziel ist es, datengetriebene und methodisch fundierte Ansätze in die klinische Anwendung zu überführen und so nachhaltig zur Verbesserung medizinischer Entscheidungsprozesse beizutragen. Die Ethik-Arbeitsgruppe setzt sich mit den hiermit in Zusammenhang stehenden ethischen Aspekten auseinander. Hierzu gehören Fragen zum Nutzen und den Risiken des Systems, zum Datenschutz und zum Schutz der Privatsphäre, zur Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit der vom KI-System getroffenen Entscheidungen, aber auch Fragen zu Gerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Fairness sowie zur Autonomie, Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht der beteiligten Akteure. Schwerpunkt der Arbeit der AGE ist die Analyse der inhaltlichen Ausgestaltung, Bedeutung und Implikationen der ethischen Konzepte, Prinzipien, und Werte im Kontext der Nutzung von KI-Verfahren in der Medizin. Neben konzeptionellen Analysen kommt empirischer Forschung zur Ermittlung des jeweiligen soziotechnischen Kontextes eine wichtige Aufgabe zu.

Forschungsziele

  • CAIMed: Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Steigerung der Effizienz des Gesundheitssystems durch den Einsatz innovativer KI-Methoden und -Anwendungen in der Medizin
  • AGE: Vorwegnahme, Abmilderung und, falls erforderlich, Verhinderung negativer Auswirkungen durch die frühzeitige Berücksichtigung ethischer Aspekte bei der Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen

Outreach

  • Ethik Meet-Up in Göttingen mit hochkarätigen Keynote Speakern und Gruppendiskussionen („World Cafes“), 14.11.2025

Die Teilprojekte

Teilprojekt 1 (TP1): Communicating with and about digital technologies in personalised oncology. An empirical ethical exploration of the patient trajectory in the age of AI

Bearbeitet von: Lea Nickel (Promotionsprojekt)

Dieses Dissertationsprojekt verfolgt einen patientenzentrierten Ansatz und konzentriert sich insbesondere auf die epistemische Modellierungstechnik des „Patient Journey Mapping“. Mithilfe dieser Methode sollen die ethischen Fragen nachgezeichnet und erörtert werden, die sich aus dem komplexen Zusammenspiel von Kommunikationspraktiken und der Multiplizität der KI-Anwendungen in der Onkologie ergeben. Der Fokus liegt dabei auf einer empirisch-ethischen Untersuchung der informierten Entscheidungsfindung im Kontext von KI. Dabei werden die beiden miteinander verbundenen Dimensionen, die eine informierte Entscheidungsfindung ausmachen, untersucht: die Bereitstellung von Informationen durch Kommunikationspraktiken und die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Entscheidungsmöglichkeiten. Ziel ist die Entwicklung und Reflexion von ethisch fundierten Kommunikationspraktiken, die Onkologiepatient*innen dabei unterstützen, sich in dieser Vielfalt der KI-Implementierungen zurechtzufinden.

Teilprojekt 2 (TP2): Interviewstudie zu Entscheidungen zur Implementierung von KI-Modellen in der medizinischen Forschung und Praxis

Bearbeitet von: Dr. Lorina Buhr, Natalie Jaworski

Die Interviewstudie mit Expert*innen widmet sich der Frage: Wer entscheidet unter Einbezug welcher Akteure und Gesichtspunkte, welches KI-Modell (z. B. in einer onkologischen oder radiologischen Abteilung) eingeführt wird? Die Einblicke in die Entscheidungskontexte und -prozesse zur Implementierung von KI können wichtige Hinweise geben, an welchen Stellen und inwiefern ethische Expertise und Aspekte sowie Stakeholder-Involvement effektiv integriert werden können und wo partizipatives Design möglicherweise aufgrund bestimmter Entscheidungskontexte ins Leere läuft.

Für Informationen zu aktuellen Projektschritten, Rekrutierungsphasen, Publikationen sowie weiteren Medienerzeugnissen, besuchen Sie unsere Projektwebseite:

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