Ethische Herausforderungen in der digitalen Gesundheitspolitik: Sichtweisen von Interessengruppen und der Öffentlichkeit in Deutschland und Israel.

Förderung:
Volkswagen-Stiftung & Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Nr.: 18 1017 0 Bezeichnung: Schickt./Nds.-Isr.2)

Fördersumme:
Insgesamt 520.273,00 € (Universitätsmedizin Göttingen: 178.013,00 €; Ben-Gurion-Universität des Negev: 192.000,00 €; Leibniz-Universität Hannover: 150.260,00 €)

Laufzeit:
10/2025 – 09/2029

Projektbeteiligte:

  • Dr. Hagai Boas, Ben-Gurion-Universität - PI
  • Dr. Clemence Pinel, Ben-Gurion-Universität - Co-PI von Prof. Raz
  • Prof. Dr. Christoph Hönnige, Leibniz-Universität - PI
  • Prof. Dr. Aviad Raz, Ben-Gurion-Universität, PI - Koordination des israelischen Teils
  • Prof. Dr. Silke Schicktanz, Universitätsmedizin Göttingen - PI, Koordination des deutschen Teils
  • Barkan Hofman, Ben-Gurion-Universität - Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Yannik Uhlenkotte, Universitätsmedizin Göttingen in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Universität - Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Projektpartner:

  • Prof. Shai Lavi (Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Tel Aviv/Van-Leer-Institut)
  • Prof. Delphine Reinhardt (Universität Göttingen, Computersicherheit und Datenschutz)
  • Prof. Yael Inbar (Universität Tel Aviv, Management von KI-Technologien)
  • Prof. Gil Eyal (Columbia University, Soziologie der Expertise)
     

Projektwebsite:
In Kürze verfügbar

 

Forschungshintergrund

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens und der Einsatz künstlicher Intelligenz verändern Diagnose, Behandlung und medizinische Entscheidungsprozesse grundlegend. KI-Systeme werden bereits erfolgreich eingesetzt, insbesondere in der datengestützten Medizin und der diagnostischen Bildgebung, und werfen gleichzeitig neue ethische und regulatorische Herausforderungen auf – etwa in Bezug auf Transparenz, Datenschutz, Fairness, Autonomie und Vertrauen. Da die Strategien im Bereich der digitalen Gesundheit von Land zu Land variieren, besteht ein erheblicher Forschungsbedarf hinsichtlich der verantwortungsvollen Regulierung und Umsetzung digitaler Gesundheitstechnologien.

Das Projekt führt daher eine vergleichende Analyse darüber durch, wie ethische Anforderungen in die digitale Transformation der Medizin integriert werden können, um sicherzustellen, dass KI-gestützte Gesundheitsversorgung vertrauenswürdig, nachhaltig und gesellschaftlich akzeptabel ist.

Forschungsinhalte

Das Projekt untersucht die sozialen, technischen und ethischen Implikationen der Digital Health Policy (DHP), insbesondere im Spannungsfeld zwischen Schadensminderung, wertebasierten Entscheidungen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Der Schwerpunkt liegt auf drei Forschungsfragen: 
 

  1. Wie gehen die Öffentlichkeit und Fachkreise in Deutschland und Israel mit den politischen Implikationen des Abwägens von Schäden und Werten im Rahmen der DHP um?
  2. Wie verstehen und bewältigen Interessengruppen und die Öffentlichkeit die ethischen Herausforderungen der KI im Kontext der DHP?
  3. Wie und von wem sollte eine verantwortungsvolle DHP nach Ansicht von Interessengruppen und der Öffentlichkeit geleitet, befolgt und verbreitet werden?
     

Methodisch kombiniert das Projekt qualitative und quantitative Ansätze. Es umfasst eine systematische Literaturrecherche zur Forschung im Bereich der digitalen Gesundheitspolitik (WP1) sowie die Erhebung empirischer Daten durch Experteninterviews, Fokusgruppen, nationale Umfragen und wissenschaftliche Publikationen (WP2). Darüber hinaus werden die Ergebnisse in Workshops mit Praktikern und Interessengruppen diskutiert und verbreitet (WP3). Eine konzeptionelle Analyse und ein internationaler Vergleich zwischen Deutschland und Israel bilden den theoretischen Rahmen (WP4). Ein übergreifendes Arbeitspaket für Management und Integration (WP5) gewährleistet die kohärente Koordination der Teilprojekte. 

Forschungsziele

  • Untersuchung von DHP im nationalen Kontext einer sich abzeichnenden Institutionalisierung und Legitimierung.
  • Untersuchung der Interpretationen der Beteiligten hinsichtlich der mit DHP verbundenen ethischen Herausforderungen sowie Erforschung der Schnittstellen zwischen Regierungen, Industrie und Öffentlichkeit.
  • Vergleich von DHP und den Einstellungen der Beteiligten, um die Verbreitungswege zu verstehen und zu ergründen, wie diese nationale Unterschiede homogenisieren und/oder verstärken sowie hybride Anpassungen vorantreiben.

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